Klinische Daten

Lungenkarzinom

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen und ist zudem die Krebserkrankung mit der höchsten Mortalität weltweit.

Als Lungenkarzinom werden bösartige Geschwülste verstanden, die aus dem Lungengewebe selbst entstehen, in den meisten Fällen aus den Zellen der Lungenbläschen und den Zellen, die die Atemwege (Bronchien) auskleiden. Zumeist verläuft Lungenkrebs in frühen Stadien symptomlos, was häufig zu einer späten Diagnose führt, wodurch die Behandlung erschwert werden kann.

 

Klinische Untersuchung bei Patienten mit Lungenkarzinom am Universitätsklinikum Ulm

50 Lungenkarzinompatienten (2 SCLC, 48 NSCLC) im Stadium IIIA bis IV wurden in diese klinische Studie eingeschlossen [Gorges et al., 2015]. Ein Ziel der Studie war die Isolierung von EpCAM-positiven CTCs aus dem peripheren Blut von Lungenkarzinompatienten vor Chemotherapie bzw.12 Wochen nach Therapiebeginn. Um die Reproduzierbarkeit der Messungen zu beurteilen, wurden während derselben Visite zwei Anwendungen durchgeführt. Die isolierten CTCs wurden mittels spezifischer Immunfluoreszenzfärbung gezählt. 108 von 185 (58%) Proben konnten als CTC-positiv identifiziert werden. Mit dem GILUPI CellCollector® konnten signifikant mehr CTCs detektiert werden als mit einer Vergleichsmethode, welche eine Detektionsrate von 27% erreichte.

Darüber hinaus wurden Mutationsanalysen durchgeführt. Von zwei Patienten mit bekanntem Mutationsstatus im KRAS- und EGFR-Gen des Primärtumors, wurden die isolierten CTCs mittels digitaler PCR untersucht. Der Mutationsstatus der CTCs stimmte hierbei mit dem des Primärtumors überein.

Weitere klinische Daten zum Thema Lungenkrebs: Publikationen

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist in Deutschland mit Abstand die häufigste Krebsart bei Männern. Weltweit stellt es nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung beim Mann dar.

Es handelt sich um eine bösartige Tumorerkrankung, die vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) ausgeht.  

Klinische Untersuchung bei Patienten mit Prostatakrebs

In dieser Studie wurde untersucht, ob eine Kombination von in vivo-isolierten CTCs mit nachgeschalteter mRNA-Analyse zur Optimierung der individuellen Behandlung von Prostatakrebs-Patienten geeignet ist [Markou et al., 2017]. Dafür wurden EpCAM-positive CTCs in vivo mit dem GILUPI CellCollector® aus 105 Patienten isoliert. Zusätzlich wurden 36 gesunde Probanden untersucht. Für die molekulare Charakterisierung der CTCs wurde ein Testverfahren zum Nachweis von 14 Genprodukten (mRNAs) verwendet.

Es wurde eine hohe Heterogenität dieser Genprodukte in den CTCs beobachtet. Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten (70,5%) war mindestens ein Genprodukt erhöht, nicht jedoch bei den Gesunden. Darüber hinaus waren bei 41% der Patienten mindestens zwei Genprodukte erhöht und bei 15% der Patienten sogar drei.

Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass sich das molekulare Profil der CTCs nach einer Behandlung veränderte.

Genprodukte der CTCs vor und nach einer Therapie [“Multiplex Gene Expression Profiling of In Vivo Isolated Circulating Tumor Cells in High-Risk Prostate Cancer Patients”, Markou et al., 2017 2018 Feb;64(2):297-306. doi: 10.1373/clinchem.2017.275503. Epub 2017 Nov 9, http://www.clinchem.org/, Copyright Clinical Chemistry | All Rights Reserved]

 

Klinische Untersuchung bei Patienten mit Prostatakarzinom mittels neuer, innovativer Padlock Assays

Für diese Studie an der Universität Graz wurde der GILUPI CellCollector® bei Patienten mit Prostatakrebs und Pankreaskarzinom angewendet. Anschließend wurden CTCs gezählt und der Nachweis von mRNA-Transkripten (Genprodukten) mittels eines neu entwickelten In-situ-Padlock-Sondenassays durchgeführt. Diese Methode ermöglicht z.B. die quantitative Analyse der mRNA-Expression auf therapierelevante Krebsmarker [El-Heliebi et al, .2018].

Zusammenfassend wurden CTCs bei 62% der Prostatakarzinom-  und 47% der Pankreaskarzinompatienten nachgewiesen. Therapeutisch relevante Krebsmarker (z. B. AR-V7-Transkripte oder KRAS-Mutationen) wurden in der Mehrzahl dieser Zellen identifiziert.

Identifizierung von Krebsmarkern auf CTCs aus Prostatakrebs-Patienten [“In Situ Detection and Quantification of AR-V7, AR-FL, PSA, and KRAS Point Mutations in Circulating Tumor Cells“, El-Heliebi et al., 2018, Clin Chem. 2018 Mar;64(3):536-546. , http://www.clinchem.org/, Copyright Clinical Chemistry | All Rights Reserved]

Weitere klinische Daten zum Thema Prostatakarzinom: Publikationen

Neuroendokrine Tumore

Neuroendokrine Tumore sind seltene Tumore, die aus hormonbildenden Zellen des Nervensystems entstehen und meist selbst Hormone oder andere Botenstoffe produzieren.

In dieser Studie wurde der GILUPI CellCollector® bei Neuroendokrinen Tumoren (NET) getestet und mit einer Referenzmethode verglichen [Mandair et al., 2016]. Insgesamt wurden 34 Patienten mit metastasiertem NET untersucht.

Mit dem GILUPI CellCollector® konnten bei 97% der Patienten CTCs nachgewiesen werden. Im Vergleich dazu wurden mit der Referenzmethode nur in 47% der Patienten CTCs nachgewiesen.

Außerdem wurde die prognostische Relevanz der CTC-Häufigkeit untersucht. Bis zu einer Anzahl von 7 CTCs hatten die Patienten ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben als Patienten mit einer höheren Anzahl.

Weitere klinische Daten zu neuroendokrinen Tumoren: Publikationen

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