Fachinformationen

Zirkulierende Tumorzellen (CTCs) in der Onkologie

Zirkulierende Tumorzellen (CTCs) sind einzelne Krebszellen, die unter bestimmten Voraussetzungen im Blutkreislauf von Krebspatienten nachweisbar sind. Klinische Studien unterstützen hierbei die These, dass diese vom Primärtumor abgelösten Zellen, sich systematisch über das Blut- und Lymphsystem im Körper der Krebspatienten ausbreiten können.

Als aggressive Zellen des ursprünglichen Tumorgewebes besitzen einige von ihnen das Potential, sich zu Metastasen zu entwickeln.

 

Schematische Darstellung der Metastasierung

Die Bedeutung von CTCs für das Verständnis der Prognose von Krebspatienten, sowohl im Krankheits- als auch im Therapieverlauf nimmt stetig zu. Molekulare Veränderungen der CTCs im Vergleich zu den Zellen des Primärtumors können analysiert werden und die Ergebnisse ermöglichen es dem Arzt, den Therapiefortschritt zu verfolgen.

GILUPI CellCollector® vs. Konkurrenzsysteme

Vorteile im Vergleich zu Konkurrenzsystemen

 

Klinische Bedeutung

CTCs und ihre Bedeutung für Targeted Therapien

Die Möglichkeiten, Krebspatienten mit individualisierten, gezielten Therapien (im Gegensatz zur Chemotherapie mit Zytostatika) zu behandeln, haben sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Die Kenntnis der molekularen Eigenschaften der Krebszellen ist eine unabdingbare Voraussetzung für den effektiven Einsatz dieser sog. gezielten Therapien (engl. targeted therapy).

Anwendungsbeispiele:

  • Nachweis von somatischen Mutationen in CTCs

 

Die Analyse von Mutationen im EGFR- und KRAS-Gen liefert Informationen über die Reaktion eines Patienten auf gezielte Therapien (z. B. mit Iressa® oder Tarceva®). Ein routinemäßiges Testen von CTCs während der Behandlung kann Informationen hinsichtlich der Wirksamkeit der angewandten Therapie liefern

Publikation

  • Nachweis von Androgenrezeptor Splicevariante 7 (AR-V7)

 

AR-V7 ist eine Variante des Androgen- Rezeptors, die unabhängig von der Hormonstimulation ein Wachstumssignal an die Zelle übermittelt.

Die Expression von AR-V7 führt zu einer Resistenz gegenüber Hormonentzugstherapien (z.B. mit Zytiga® und Xtandi®) bei der Behandlung des Prostatakarzinoms. Der Nachweis der AR-V7 Expression kann ausschließlich auf Protein- bzw. RNA-Ebene erfolgen. Somit ist die Verwendung von ctDNA für diese Diagnostik nicht möglich.

Publikation

 

  • Quantitative CTC-Detektion mittels Immunfluoreszenz-Färbung

     

Die diagnostische Immunfluoreszenzmikroskopie ist eine etablierte Methode zur Detektion und Lokalisierung zellulärer Proteine. Zu diesem Zweck werden spezifische fluoreszenzmarkierte Antikörper verwendet, die an Ziel-Proteine binden und deren Visualisierung ermöglichen.

CTCs werden durch Färbung der Keratine sowie des Nukleus identifiziert. Um Blutzellen ausschließen zu können, wird eine negative Selektion durch Färbung auf CD45 (Marker für Blutzellen) vorgenommen. Die Immunfluoreszenzanalyse wird von GILUPI erfolgreich zum quantitativen Nachweis von CTCs eingesetzt.